Walnüsse werden von Hand geknackt, geröstet, gemahlen, mit Honig und Butter zu duftender Fülle verrührt. Der Teig ruht im Tuch, während jemand Fenster öffnet und ein kühler Hauch vom Hof hereinzieht. Zeit ist Zutat, sagt die Großmutter, und bestreicht die Form mit Geduld. Wenn Potica goldbraun aus dem Ofen kommt, teilen alle zuerst den Duft. Ein stilles Fest beginnt, das an Wurzeln erinnert und Nähe wie warmen Zucker verströmt.
In den Alpen zeigen bemalte Beuten kleine Bilder, die Wanderern zulächeln: Heilige, Bauern, schelmische Szenen. Der Imker hebt einen Rahmen, spricht ruhig, damit die Bienen gelassen bleiben. Er reicht ein Löffelchen Waldhonig; Harz, Tanne und Sommer klingen nach. Im Gespräch geht es um Wetter, Blüte und Respekt. Wer Honig so probiert, versteht, dass Landschaft nicht nur Kulisse, sondern Beteiligte ist, und dass Süße auch Verantwortung tragen kann.
In einer kühlen Steinkellerei liegt Wein in Amphoren, atmet durch Ton, der Geduld verlangt. Der Winzer beschreibt die Ernte bei Nebel, das ruhige Gären, das Lauschen auf leise Zeichen. Im Glas stehen Tannin und Salz wie zwei Freunde, die lange geschwiegen haben. Man trinkt langsam, sagt Danke, und merkt, wie Gespräch tiefer wird. So lernen wir, dass ein gutes Getränk Zeit schenkt und uns miteinander aufmerksamer macht.
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